3 Dinge pro Tag

„Jeden Morgen gehe ich als Erstes auf den Balkon, atme tief durch und frage mich: Was sind die 3 Dinge, um die ich mich heute kümmern möchte?“

Die jungen Führungskräfte im Workshop-Raum sind beeindruckt vom Referenten, der als erfahrener und in der Firma erfolgreicher Leader gerade sein Morgenritual erklärt. Er hat es in der Firma weit gebracht, und natürlich ist diese Morgenfrage nur ein Teil seines Erfolgsrezeptes.

Im Dialog mit sich selbst

Erfolgreiche Menschen überlegen regelmässig, was ihre Stärken sind und was ihnen wichtig ist. Sie betrachten sich wie von aussen, und stellen sich offene Fragen. Ein kurzes Morgenritual und ein kurzes Abendritual beanspruchen nur wenige Minuten. Wertvolle Zeit, um am jeweiligen Tag stärkenbewusster und zielgerichteter unterwegs zu sein.

In unzähligen Coachingsitzungen mit Führungsverantwortlichen haben wir Fragen identifiziert, die als „Rahmen“ für einen erfolgreichen, zufrieden machenden Tag hilfreich sind:

Drei Morgenfragen:
Frage A: Welchen 3 Themen möchte ich heute Zeit schenken?
Frage B: Woran werde ich heute Abend erkennen, dass das jeweilige Thema weiter gekommen ist?
Frage C: Wie werde ich mich dann fühlen?

Drei Abendfragen:
Frage D: Worin waren wir als Team heute stark?
Frage E: Was habe ich persönlich dazu beigetragen?
Frage F: Was habe ich heute gelernt?

Von innen heraus motiviert

Die Positive Psychologie nach Seligman (2012) postuliert, dass der Mensch sich als selbstwirksam erleben möchte, dass er Herausforderung und Wettbewerb braucht, und dass er nach Zielen und deren Erreichen strebt. Diese Motivation kommt ganz von innen heraus, extrinsische Motivation kann sogar eher hinderlich sein. Letzteres hatte Herzberg mit seiner Zwei-Faktoren-Theorie bereits 1959 empirisch belegt.

Morgenritual entwickeln

Wer sich am Morgen Gedanken macht, was am Tag erreicht werden soll (Frage A), schafft die Basis für einen reflektierten und noch erfolgreicheren Umgang mit sich selber.
Dabei bietet sich der Morgen als idealer Moment an, um Ausblick auf den Tag zu halten, noch bevor Sitzungen und die tägliche Informationsflut den Fokus ablenken. Wie der Leader in unserem eingangs erwähnten Beispiel das vorlebt, ist es hilfreich, die Umgebung und den Ablauf dieser Reflexion gezielt auszuwählen und immer gleich zu handhaben.
Im Geiste von Steven Covey’s Gewohnheit „Schon am Anfang das Ende im Sinn haben“ wird mit der Frage B der Tagesausblick konkreter und realistischer. Diese Frage erfordert und fördert Vorstellungskraft und Realitätssinn.
Frage C stellt als dritte Morgenfrage sicher, über die Logik hinaus auch Empfindungen in die Morgengedanken einzubeziehen. Damit kommt das Morgenritual vom Kopf auch ins Herz oder den Bauch.

Zeitraffer-Rückblick

Am Abend dann, wenn wieder Ruhe eingekehrt ist, hilft ein kurzer Reflexionsmoment, den Tag Revue passieren zu lassen. Die Redewendung darf ruhig wortwörtlich genommen werden. Wer sich den Tag wie als Film im Zeitraffer im Schnelldurchgang anschaut, kann gezielt nach Situationen suchen, die Verhaltensweisen von sich selber oder von anderen nochmals vor Augen führt.

Frage D richtet den Blick auf Stärken und daraus resultierende Erfolge im Kollektiv. Führungsverantwortliche können damit auch die Basis legen für Feedback dem Team gegenüber, das sonst womöglich vergessen geht und bekanntlich als Gratismotivation leistungssteigernd wirkt. Im Moment des Blicks in den Rückspiegel fühlt es sich immer gut an, sich seiner Stärken bewusst zu werden. Beobachten Sie als Führungsverantwortliche die Mimik und Gestik ihrer Teammitglieder, wenn Sie Frage D in den Raum stellen. Beim ersten Mal ist das für sie möglicherweise noch ungewohnt, denn „Schulterklopfen“ ist in unseren Kulturkreisen eher verpönt, psychologisch aber durchaus wichtig.

Auch Frage E hilft, selbst-wertschätzend zu sein und das Erreichte anzuerkennen. Dazu erinnert man sich am besten an möglichst konkrete Situationen, an eigene Aussagen und Verhaltensweisen mit sich selber oder mit anderen.

Die Frage F schliesslich dient dazu, aus Erfolgen und Misserfolgen Lektionen zu ziehen, die in Zukunft gezielt genutzt werden können. Misserfolge für sich selber anzunehmen, erfordert Ehrlichkeit und Lernbereitschaft. Werden Lektionen positiv formuliert (Beispiel: „Ich schenke mir mehr Zeit zum Überlegen vor dem Handeln“) und regelmässig vor Augen geführt, können wir unser Denken und Handeln mehr in die gewünschte Richtung lenken.

Reflektieren und notieren

Neurologen empfehlen handschriftliche Notizen als Unterstützung der Selbstreflexion. Beim handschriftlichen Schreiben werden mehr Hirngebiete angesprochen als beim Schreiben am Computer. Zudem entschleunigt das Schreiben mit der Hand den Gedankengang, mehr als das Tippen auf der Tastatur, bei dem 5-10 x schneller notiert wird als von Hand.
Die verwendete Notiztechnik ist dabei zweitrangig. Ein MindMap auf einem weissen Blatt Papier ist für bestimmte Lerntypen ideal. Andere ziehen strukturierte Reflexion mit einem Formular oder in einem Notizbuch vor. Wir Stärkenschmiede haben hierfür die „Starken Seiten“ entwickelt. In diesem Notizbuch finden sich beispielsweise Notizbereiche und Reflexionsfragen auf Wochen- oder eben Tagesebene.

Starke Seiten als Stärkenverstärker und täglicher Begleiter

Welche Fragen würden sinnvollerweise Ihren Tag einrahmen? Experimentieren Sie, berichten Sie uns von Erfolgen, und kontaktieren Sie uns bei Interesse an unseren „starken Seiten“.

Die ersten drei Personen, die uns mit uns ihre Erfahrung mit dem täglichen Reflektieren teilen, erhalten ein Gratisexemplar unserer starken Seiten.

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