Neulich habe ich von einem Teamleiter die Aussage gehört: „Teams weiter entwickeln ist hochkomplex und anstrengend!“ Wirklich – ist das so?

Weit gefehlt! Mit PERMA mutieren Gruppen zu High Performing Teams.

Das Zusammenbringen von Menschen zu einem schlagkräftigen sozialen System ist einfacher als mancher denkt. Sind Sie bereit, 3 Minuten ins Kennenlernen eines praxiserprobten Ansatzes zu investieren?

PERMA ist ein Konzept der Positiven Psychologie, publiziert als „Theorie des Wohlbefindens“. Als Kurzformel fasst das Akronym „PERMA“ 5 Dimensionen zusammen, mit denen Führungsverantwortliche und auch wir Externen das Leben und Erleben von Arbeit positiver gestalten können. (PERMA: Positive Emotions, Engagement, Relationships, Meaning, Accomplishments.)

Fokus auf Stärken stärkt Stärken

Am Anfang einer stärkenorientierten Teamentwicklung steht in unserer Erfahrung als Stärkenschmiede die Bereitschaft, sich konsequent auf Stärken auszurichten und fokussiert über individuelle Stärken zu sprechen. Skeptikern kann das natürlich schwer fallen. Für einen Vorgesetzten, der jahrelang vorwiegend auf Fehler hingewiesen hat, ist konsequente Stärkenorientierung ohne externe Moderation wohl anspruchsvoll – er oder sie würde zudem bei nur positiven Fragen erst mal schräg angeschaut warden – kennen die Teammitglieder den Chef doch weit negativer.

Positive Kommunikation setzt Potenzial und Stärkenbewusstsein frei

In zahlreichen Prozessen haben wir erlebt, wie das Sprechen über Stärken Menschen emotional verbindet. Wer sich verbunden fühlt, arbeitet besser zusammen. Dieses „Band“ hält in aller Regel über den Workshopraum hinaus. Schliesslich: Wer besser zusammenarbeitet, weil man sich eben verbunden fühlt und sich auf die Stärken des anderen einstellt, erzielt gemeinsam logischerweise bessere oder mehr Resultate.

Praxisbeispiel: Stärkenfokus im Team durch PERMA

PERMA ist quasi die Antwort auf die Wirkung von Stärkenfokus in Gruppen oder Organisationen. Mit der oben angedeuteten Verbundenheit als Basis kann PERMA helfen, positives Erleben in der Gegenwart bewusst zu machen und für die Zukunft eines Teams zu verstärken. Die 5 PERMA-Fragen für Teams können beispielsweise so formuliert werden:

P (Positive Emotionen): Wann haben wir uns als Team besonders erfolgreich/gut gefühlt? Wer hat wie dazu beigetragen? Welche Teamstärken sind dabei besonders genutzt worden?

E (Engagement): Wie haben unsere Führungskräfte uns Aufgaben und Kompetenzen übertragen, uns befähigt und in unserem Tun gestärkt? Wie haben wir als Team unsere Freiheitsgrade genutzt? Welche Stärken haben wir dazu eingesetzt? Was haben wir mit diesem Engagement erreicht?

R (Relationships/Beziehungen): Wie haben wir unseren Beziehungen im Team und mit Stakeholdern Sorge getragen? Wer hat wodurch besonders dazu beigetragen? Über welche Beziehungsfähigkeiten verfügen wir als Team in besonderem Ausmass?

M (Meaning/Sinn): Was ist unser eigentlicher Zweck als Team? Wofür stehen wir als Gruppe oder Abteilung ein? Was gibt uns Sinn in unserer Arbeit? Wie und wann tauschen wir uns über unseren Team-Zweck aus?

A (Accomplishment/ Ziele, Erfolge): Welche Ziele haben wir in den letzten 6 Monaten erreicht? Wie haben wir das gefeiert? Wann haben wir uns gegenseitig auf die Schultern geklopft? Welche vielleicht auch nur ganz kleinen Schritte in Richtung Ziel haben wir bereits bewältigt?

Solche Beispielfragen können zu Beginn einer Teamentwicklung positive Wirkung entfalten und zu „mehr von dem“ inspirieren. Auch regelmässig in gemeinsamen Besprechungen thematisiert, können PERMA- Reflexionsfragen einem Team helfen, das Zusammenarbeiten positiv zu gestalten und den Fokus auf dem Fuunktionierenden zu halten. Ein reifes „High Performing“ Team hat den regelmässigen Reflexionsraum mit solchen Fragen kultiviert, als Gewohnheit verinnerlicht und gemeinsam weiter entwickelt.

Stärken Sie schon Stärken?

Starten Sie gleich nach dieser Lektüre einen Versuchsballon? Welche oben stehende Frage dürfte für Ihr Team im Moment am hilfreichsten sein? Stellen Sie die Frage einmal in einer Kaffeepause, oder als Einstiegsvotum in einer Sitzung. Wir sind gespannt auf die Auswirkungen und freuen uns über Rückmeldungen!

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